Read Ethische Missstände im Kontemporären Pferdesport by Doris Schneeberger Online

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In diesem Buch werden ethische Missstnde im kontemporren Pferdesport aufgezeigt und diskutiert Dabei werden smtliche Bereiche rund ums Pferd aufgegriffen Zucht, Haltung, Training, Euthanasie Ttung, usw Im ersten Teil dieses tierethischen Beitrags wird die ethische Basis, auf der spter argumentiert wird, dargelegt Den zweiten Teil bildet ein historischer Abriss ber die Entwicklung des Pferdesports mit besonderer Bercksichtigung von ethisch relevanten Thematiken Im dritten Teil werden die wichtigsten momentan herrschenden Missstnde in den verschiedenen Bereichen des Pferdesports angefhrt Es wird begrndet, warum gewisse Zustnde Missstnde sind Um dies zu untermauern, werden die Gesetze bzw Richtlinien angegeben, gegen die in den konkreten Fllen verstossen wird Schliesslich werden in der Konklusion Massnahmen zur Verbesserung der momentanen Situation angedacht....

Title : Ethische Missstände im Kontemporären Pferdesport
Author :
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ISBN : 9781300852612
ISBN13 : 978-1300852612
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : LULU PR 3 Juni 2013
Number of Pages : 373 Pages
File Size : 997 KB
Status : Available For Download
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Ethische Missstände im Kontemporären Pferdesport Reviews

  • Tina
    2019-03-30 06:03

    Doris Schneeberger versucht sich dem Thema Ethik im Pferdesport von einer philosophisch-wissenschaftlichen Perspektive zu nähern. Toller Ansatz - aber leider wird sie mit diesem Buch ihrem Anspruch nicht gerecht.Ich bin ebenfalls Dressurreiterin und Pferdehalterin und studiere Philosophie. Genau wie Frau Schneeberger wollte ich mich einmal aus tierethischer Sicht mit meinem Hobby beschäftigen. Als ich dieses Buch fand, habe ich große Erwartungen gehabt, die leider enttäuscht wurden.Im Reitsport findet zurzeit eine Veränderung unserer Einstellung gegenüber dem Haustier, Sporttier und Tiergefährten Pferd statt. Alte Ansichten und Haltungs- sowie Ausbildungsmethoden werden (auch von Nicht-Reitern) massiv in Frage gestellt und die Pferdehalter werden zunehmend sensibler gegenüber tierethischen Fragen. Die Zeiten in denen es selbstverständlich war, dass Reiter ihr unreitbar gewordenes Pferd einfach einschläfern oder schlachten ließen sind vorbei. Ebenso gibt es kaum noch Pferdehalter, denen nicht bewusst ist, dass Pferde ihrer Natur nach Flucht- und Herdentiere sind. Zwar mag sich nicht jeder immer so recht der entsprechenden Schlussfolgerungen bewusst sein, aber ein generelles Verständnis dafür, dass die Pferde vor Situationen Angst haben, die für den Menschen harmlos erscheinen, ist längst der Regelfall.Wenn man also etwas tiefer gehen möchte und von der Stammtisch-Diskussion aus dem Reiterstübchen zu einer philosophisch-wissenschaftlichen Diskussion übergehen möchte, dann muss es um viel weiterreichende Fragen gehen. Es reicht nicht, die aktuellen Tierschutzbestimmungen und die Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport zu zitieren und darauf hinzuweisen, dass diese Bestimmungen nicht immer ganz einwandfrei eingehalten werden.Ich denke, die relevanten Fragen sind zunächst einmal, welche kognitiven Fähigkeiten wir Pferden zuschreiben müssen. Davon ausgehend könnte dann geklärt werden, welche Interessen ein Pferd tatsächlich hat. Pferden pauschal erstmal ein direktes Interesse am Leben - bzw. wie es die Autorin macht: am "Nicht-Sterben" - zuzuschreiben, scheint mir etwas übereilt zu sein. Ein Interesse daran, nicht zu leiden ist da schon plausibler. Alles weitergehende muss man auf der Basis von ethologischen Erkenntnissen begründen und nicht nur postulieren.Nun ist es wohl allgemein einsichtig, dass wir Tiere nicht aus Grausamkeit, Unachtsamkeit usw. Leid zufügen dürfen. Interessant wird es doch erst, wenn wir entscheiden wollen, welche Pflichten wir denn gegenüber dem Pferd haben (oder umgekehrt: welche Rechte das Pferd hat) und woraus diese Pflichten resultieren. Meines Erachtens geben wir Pferdehalter dem Pferd gegenüber eine Art Versprechen, wenn wir mit ihm eine Verbindung eingehen. Wir versprechen, dass wir uns gut um es kümmern werden und dass wir unser Bestes tun, damit es ihm gut geht. Dieses Versprechen, dem Pferd ein komfortableres und weniger gefährliches Leben als das in der Wildnis zu ermöglichen, scheint mir die Legitimation dafür zu sein, dass wir das Pferd überhaupt "besitzen" und "nutzen" dürfen. (Ob dies eine gute und akzeptable Legitimation ist, wäre ebenfalls ein Thema für dieses Buch gewesen. Schließlich handelt es sich um ein „erzwungenes“ Verhältnis, solange das Pferd nicht einfach "nein" sagen kann.)Wenn (zumindest einige) Rechte, die dem Pferd zugesprochen werden sollten, postuliert und begründet worden sind, können die Missstände im aktuellen Pferdesport diskutiert werden. An dieser Stelle geht es darum, wie eine korrekte Umsetzung der Rechte aussehen müsste. Wenn man ein Recht postuliert auf möglichst artgerechte Unterbringung, dann muss man Sportreitern eventuell erklären und wissenschaftlich nachweisen, dass zwei Stunden Bewegung unterm Sattel (oder eben an der Longe, in der Führmaschine, etc.) für ein Pferd in Boxenhaltung keine artgerechte Haltung ist, sondern dass Weidezeit (oder Auslauf auf dem Paddock) notwendig dazugehören. (Dies ist nur ein Beispiel, ich schließe es nicht aus, dass man schlüssig begründen könnte, dass Boxenhaltung generell nicht artgerecht sei.)Schließlich geht es um Vorschläge zur Verbesserung der aktuellen Situation. Frau Schneeberger handelt dieses entscheidende Kapitel auf nur vier Seiten ab und bleibt dabei leider ziemlich unkreativ. Unangekündigte Kontrollbesuche in Reitställen und die Medien als Kontrollinstanz sind ihre einzigen Ideen. Dabei wäre meiner Meinung nach auch eine bessere Schulung für Pferdehalter und Reiter notwendig. Wer weiß, welche gesundheitlichen Folgen es hat, einem Pferd seinen Futterbedarf in nur zwei Portionen am Tag zu servieren, wird in Zukunft mehr Wert darauf legen, dass das Pferd viele kleine Futterportionen über den Tag verteilt bekommt. Wer versteht, welche Schmerzen ein Pferd bei einer zu engen Kopfstellung beim Reiten hat, der wird versuchen sein Pferd in einer korrekten Haltung zu reiten (Dies sind nur zwei stark vereinfachte Beispiele).Letztlich wird die Autorin leider auch den wissenschaftlichen Anforderungen nicht gerecht. Das Literaturverzeichnis ist unvollständig, wobei das möglicherweise der Tatsache geschuldet ist, dass das Buch nicht unbedingt Tierethiker, sondern Reiter und Pferdehalter zur Zielgruppe hat. Des Weiteren sind immer wieder Behauptungen angeführt, die gar nicht belegt oder begründet werden. Es ist zum Beispiel von natürlichen Rangordnungen und dem Alphatier in der Pferdeherde die Rede (S. 93). An dieser Stelle müsste man einen Beleg für ein solches Herdenverhalten anführen. Außerdem sind Aussagen wie: "Pferde, die derart vernachlässigt werden, starren gegen die Betonwände und drehen sich nicht mehr um, wenn jemand bei ihrer Box vorbei geht, WEIL SIE WISSEN, dass sie nicht gemeint sind" (S. 113; Hervorhebung nicht im Original) - für eine Philosophin erschreckend unreflektiert.Nicht zuletzt halte ich den Sprachstil für eine wissenschaftliche Arbeit für zu umgangssprachlich und ungenau.Auf die ersten Kapitel über Metaethik und die grundsätzliche tierethische Positionierung der Autorin möchte ich nicht genauer eingehen. Auch dort hätte ich mir genauere und differenziertere Ausführungen gewünscht. Vor allem hätte der Rückbezug im zweiten Teil des Buches, in dem es dann darum gegangen wäre genau diese ersten Überlegungen auf den Pferdesport zu beziehen, deutlicher sein können.Frau Schneeberger hätte mit dieser Arbeit in ethischer Hinsicht vieles für den Reitsport leisten können. Aber ihre Überlegungen gehen leider nur wenig über die reine Kritik an den aktuellen Zuständen anhand der aktuellen Gesetze und Tierschutzvereinbarungen hinaus. Dem Anspruch Pferde-Rechte zu begründen und zu konkretisieren sowie zu erklären, inwiefern diese nicht eingehalten werden und was in der Praxis geändert werden müsste, um die Rechte der Pferde zu realisieren, ist Frau Schneeberger leider nicht gerecht geworden.

  • Robert Kogler
    2019-04-11 05:08

    Für jemanden, der selbst keine Berührung mit dem professionellen Pferdesport hat, ist es erschreckend zu erfahren, wie hier Lebewesen dem sportlichen Erfolgs- und Leistungsdruck zum Opfer fallen.Die Autorin ist Philosophin und selbst sportliche Reiterin und kann so einen Einblick in den Pferdesport bieten, der anderen oft verwert bleibt. Dabei wird das Thema nicht reißerisch präsentiert, sondern die Kritik anhand ethischer Überlegungen gut begründet präsentiert.Ich war zwar schon zuvor der Meinung, dass im Pferdesport das Wohl der Tiere nicht unbedingt im Vordergrund steht (ähnliches gilt ja auch für andere Bereiche, wie etwa die Hundezucht), eine so systematische Aufarbeitung ist allerdings (meines Wissens) bisher einzigartig. In der Branche wird sich die Autorin damit sicherlich nicht nur Freunde gemacht haben.Noch eine kleine Anmerkung: Das Buch ist weniger als Sachbuch für jedermann, sondern eher als philosophische Abhandlung der Thematik angelegt. Dennoch kann man auch als Laie den Ausführungen gut folgen, zumal die Autorin zu Beginn ihr "theoretisches Gerüst" kurz und verständlich präsentiert.

  • M. S.
    2019-04-01 11:02

    Die Autorin regt neben ihrer Darstellung der derzeitigen Missstände im Pferdesport auch wichtige Debatten zu den Themen Vegetarismus und Recht auf Leben bei Tieren an. Sie versucht einen Spagat zwischen wissenschaftlicher Begründung und allgemeinverständlichen Ausführungen, die für alle Tier- und besonders PferdeliebhaberInnen nützlich und wissenswert sind.Das Buch konzentriert sich vorrangig auf die Aufklärung der Zustände -- ist insofern also problemorientiert -- bietet aber auch einige Lösungsansätze, die freilich noch weiter ausgearbeitet werden könnten. Es liefert damit einen wichtigen, lehrreichen und aufklärerischen Beitrag.