Read Und doch ist es Heimat by Jochen Metzger Online

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Ein gro es, ein wichtiges Buch Wer denkt, er wisse alles ber 1945, wird eines Besseren belehrt.Der Krieg ist fast vorbei, das friedliche D rfchen Sandheim wartet auf die amerikanischen Alliierten Gr ere Einschl ge sind bisher ausgeblieben Da wird ein marokkanisches Regiment unter franz sischer Flagge ber den Rhein geschickt dem Feind entgegen Diese Tage kosten viele Opfer Und dann bricht das Schicksal auch ber Sandheim hinein Jochen Metzger erz hlt die fast vergessene Geschichte seines Heimatdorfes Er berichtet von Angst und Verzweiflung, Wut und Hass, Liebe und Gewalt und davon, wie man es schafft, an den Schrecken des Krieges nicht zu zerbrechen....

Title : Und doch ist es Heimat
Author :
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ISBN : 3499271354
ISBN13 : 978-3499271359
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : Rowohlt Taschenbuch Auflage 1 22 April 2017
Number of Pages : 368 Seiten
File Size : 782 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Und doch ist es Heimat Reviews

  • Jasper Lüdemann
    2018-11-11 09:27

    spannend und erschreckend zugleich ... es darf auch hier die Verbrechen der Besatzer mal angesprochen werden. Das kleine Dorf steht nur für eines von vielen ... gerade für mich als lange nach dem Krieg geboren sehr interessant

  • Jürgen Zeller
    2018-11-03 09:15

    Es wurden unzählige Bücher über den 2. Weltkrieg geschrieben und doch gibt es immer noch Taten und Vorgänge über die kaum gesprochen und über die eine dicke Decke des Schweigens gelegt wird. Da sind beispielsweise ungesühnte Verbrechen alliierter Kriegstruppen die auf deutschem Boden begangen wurden. Einzelne der vermeintlichen Befreier vom Nazi Terror vergingen sich an der Zivilbevölkerung. Der Schriftsteller Jochen Metzger greift in diesem Buch ein finsteres Kapitel aus der Endphase des 2. Weltkriegs auf und macht ein fiktives Bauerndorf in Baden stellvertretend zum "Schauplatz" solcher Übergriffe. An und für sich ist das kleine Dorf Sandheim vom Krieg mehr oder weniger verschont geblieben. Natürlich mussten viel Männer in den Krieg ziehen und dies bedeutete einen herben Verlust für die Daheimgeblieben aber grundsätzlich ist man vom Frontverlauf weit entfernt.Im Jahre 1945 nähert sich von Westen her das französische Heer unaufhaltsam aus dem Elsass Richtung Baden-Württemberg. Auf der Seite der Franzosen kämpfen Truppen der afrikanischen Kolonialarmee. In dieser Geschichte sind es marokkanische Soldaten die sich selbst Goumiers nennen. Sie sind bei der Überquerung des Rheins an vorderster Front und bezahlen für ihre Tapferkeit einen hohen Blutzoll. Aufputscht mit Adrenalin vom Schlachtgetümmel, dem Verlust von sterbenden Kameraden und der Verwunderung trotz heftigem Beschuss immer noch am Leben zu sein nehmen sie sich das was siegreiche Streitkräfte seit vielen Jahrhunderten tun: Sie nehmen ein Plünderungs- und Vergewaltigungsrecht für sich in Anspruch. Die französischen Offiziere ahnden diese Übergriffe auf weibliche Zivilisten aber ist Untat erst geschehen, müssen die Opfer mit den Folgen für Körper und Psyche selbst klarkommen. Notabene in einem zerstörten Land in dem es kaum medizinische Versorgung gibt.Jochen Metzger erzählt in Teilen dieses Romans eine Greuelgeschichte die unter die Haut geht. Bei den heftigen Passagen hält er sich in Sachen Beschreibung dankenswerter Weise recht kurz. Da er aber die Figuren vorgängig dem Leser sorgsam ans Herz gelegt hat, spürt man bei der Lektüre diesen redensartlichen Kloss im Hals. Nicht nur erwähnens- sondern lobenswert ist der Schreibstil. Die ruhige Tonlage mit der er die beklemmende Geschichte erzählt finde ich unglaublich berührend. In gewisser Weise trägt dieser Erzählstil dazu bei, das Gelesene im erträglichen Rahmen zu halten und schafft eine Konzilianz von Autor und Inhalt zu den Lesern.In diesem eindrücklichen Roman zeigt der Autor das eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit schmerzhaft sein kann. Erzwungene und selbstgewählte Entscheidungen prägen diese Geschichte und bleiben im Gedächtnis haften. Wie der Autor das Schaurige mit der Schönheit des Sprache verbindet schafft Nähe und Distanz zugleich und ist ein triftiger Grund dieses Buch zu kaufen und zu lesen.

  • Dr. Hans Wilhelm Wieczorrek
    2018-10-19 12:28

    Der Krieg liegt in den letzten Zügen und der kleine, friedliche badische Ort Sandheim wartet auf die Amerikaner. Aber dann kommr eine ganz andere Truppe, eine Soldateska, Nordafrikaner unter französichem Kommando! Die Gegenwehr der Deutschen ist nicht mehr sehr stark, aber dennoch kostet das Übersetzen über den Rhein und das Überwinden eines Geländestreifens fast ohne Deckung blutige Opfer.Über die Menschen in Sandheim bricht der Krieg wie eine Apokalypse herein.An diversen Einzelschicksalen erzählt der Autor, was die Menschen, besonders die jungen Frauen über sich ergehen lassen mussten. Ein barbarisches Schauspiel des Schmerz und des Leides. Gott ist nicht da.Diese Einzelschicksale schildert der Autor so eindringlich, dass es mich sehr berührt hat.Ein beeindruckendes, aufrüttelndes Buch, das beim Leser Spuren hinterlässt.

  • Seltsam
    2018-10-30 11:26

    Ich habe mir das Buch hauptsächlich deshalb geholt, weil ich nur eine S-Bahn Haltestelle von dem Ort weg wohne, in dem es spielt. Aber auch ohne die örtliche Nähe zum Schauplatz wäre es für mich ein außergewöhnliches Buch. Ich möchte die Rezension kurz halten und nur auf den Punkt eingehen, der mich am meisten beeindruckt hat, und der sich wie ein roter Faden durch den ganzen Roman zieht. Dem Autor gelingt es auf eindrucksvolle Weise, eine Zeit, und das Erleben der Menschen in dieser Zeit lebendig und greifbar zu machen, sei es durch die kurzen Beschreibungen von damaligen Gebrauchsgegenständen am Anfang eines jeden Kapitels, oder durch die äußerst glaubhafte Darstellung der Denk- und Lebensweise einer ländlichen süddeutschen Dorfbevölkerung am Ende des zweiten Weltkriegs. Es gäbe viel anderes Positives zu diesem Roman zu sagen, aber das hier von mir kurz Beschriebene wird das sein, was für mich von diesem Buch in Erinnerung bleibt. Selten habe ich so deutlich gesehen, wie anders diese noch gar nicht so lange vergangene Zeit im Vergleich zu heute war.

  • Hieronymus Bosch
    2018-10-31 15:10

    Ich stamme selber aus einem badischen Dorf. In einem der Nachbardörfer hat es in den letzten Kriegstagen ähnliche Vorfälle wie in Sandheim gegeben. Auch hier waren marokkanische Einheiten der französischen Armee mit im Spiel. Dank des hervorragend geschriebenen Buches von Jochen Metzger, das mich von Anfang an gefesselt hat, sind für mich nun diese Ereignisse, von denen man bislang immer nur vom Hörensagen wusste, auf eine ganz besondere Art plastisch greif- und begreifbar geworden. Ein großes und wichtiges Buch!

  • GreenDay13
    2018-11-05 10:15

    Ein bemerkenswertes Buch. In Sprache und Erzähltechnik der Zeit und dem Ort angepasst, zieht der Autor den Leser in den Bann der Ereignisse zum Kriegsende in dem badischen Ort Sandheim. Die Geschichte ist gleichermaßen spannend wie schonungslos und liefert einen beeindruckend klugen Blick auf das dörfliche Leben der damaligen Zeit. Ein Roman der lange nachwirkt und den man nicht so schnell wieder aus der Hand legt.

  • Astrid
    2018-11-01 15:17

    Gerade durch den tatsächlichen Hintergrund spannend undergreifend zu lesen. Vielleicht ein Buch das mehr die Frauen anspricht.Wäre sogar auch für die Schule, evtl. im Geschichtsunterricht, denkbar.

  • ichnurich
    2018-11-13 09:19

    Ein Roman der davon erzählt, dass der Krieg nicht nur an der Front stattgefunden und nicht nur Soldaten ihn kämpfen mussten.Eindringlich und berührend zeigt die Geschichte von Sandheim, wie sehr Leiden und Alltag damals nebeneinander existieren mussten und dass die Folgen des Krieges sich bis in unsere Zeit hineinziehen.Tolle Sprache, die mich hat bangen, weinen, schaudern und lernen lassen.Sehr empfehlenswert!