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Selten sind pers nliches Schicksal und deutsche Geschichte so eng verwoben wie bei Wolf Biermann Ein Leben zwischen West und Ost, ein Widerspruchsgeist zwischen allen Fronten Mit sechzehn ging er in die DDR, die er f r das bessere Deutschland hielt Hanns Eisler ermutigte ihn, Lieder zu schreiben, bei Helene Weigel assistierte er am Berliner Ensemble Dann fiel er in Ungnade, erhielt Auftritts und Publikationsverbot Die Stasi observierte ihn rund um die Uhr, w hrend er im Westen gefeiert und geehrt wurde Die Proteste gegen seine Ausb rgerung 1976 gelten als Anfang vom Ende der DDR Eindringlich erz hlt Biermann vom Vater, der als Jude und Kommunist in Auschwitz ermordet wurde, von der Mutter, die ihn aus dem Hamburger Bombeninferno rettete, vom v terlichen Freund Robert Havemann, mit dem er das Los des Ge chteten teilte Er f hrt uns in die absurde Welt der DDR Diktatur mit ihren Ausw chsen, aber auch ihren t glichen Dramen menschlicher Widerst ndigkeit Und er erz hlt von seinen in den Westen geschmuggelten, im Osten heimlich kursierenden Liedern, deren Verskunst, robuste Rhetorik und gewaltige Sprachkraft Marcel Reich Ranicki lobte Bei aller Heftigkeit des Erlebten lesen sich Biermanns Erinnerungen wie ein Schelmenroman in bester schweijkscher Manier Ein einzigartiges Zeitzeugnis....

Title : Warte nicht auf bessre Zeiten!: Die Autobiographie
Author :
Rating :
ISBN : 3549074735
ISBN13 : 978-3549074732
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Propyl en Verlag Auflage 7 8 Oktober 2016
Number of Pages : 271 Pages
File Size : 791 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Warte nicht auf bessre Zeiten!: Die Autobiographie Reviews

  • alunacek
    2018-10-20 15:27

    Eigentlich ist Wolf Biermann nie so ganz mein Fall gewesen.Trotzdem wollte ich seine Autobiografie als ein Stück Zeitgeschichte lesen bzw. hören und ich habe es nicht bereut.Seine Erzählweise im Hörbuch ist akzentuiert und humorvoll, es macht wirklich Freude, ihm zuzuhören.Vor allem: Es klingt absolut authentisch!Mein Biermann-Bild konnte ich korrigieren - ein wunderbar ehrliches Leben, ein schlauer Fuchs, der sich immer treu blieb.Die im Roman mit verwebte Zeitgeschichte ist unbedingt lesens- bzw. hörenswert, man lernt daraus so manches das man noch nicht wußte, bzw. auch falsch beurteilt hat.Unbedingt lesen. Ich habe das Buch einer ebenfalls skeptisch gewesenen Bekannten geschenkt und auch sie hat ihre Vor-Urteile revidieren können. Auch sie ist absolut begeistert.

  • Karolina
    2018-11-05 21:21

    Die Autobiographie Wolf Biermanns ist lebendige Zeitgeschichte und gleichzeitig ein schönes Stück Literatur, auch wenn es an einigen Stellen kleine Längen gibt.Wolf Biermann erzählt sein Leben chronologisch von seiner Geburt bis fast in die Gegenwart und bezieht auch die (politische) Geschichte seiner Familie mit ein. Besonders eindrucksvoll sind die Teile, die den Konflikt zwischen Biermann und der DDR-Führung und die kleingeistige und spießige Verfolgung des Künstlers schildern. Biermann schildert das in einer eindrucksvollen und bildreichen Sprache, mit all den Wortschöpfungen und phantastischen Formulierungen, die auch seine Liedern und Gedichten besonders machen. Er behält dabei immer seinen Sinn für Humor und kann deshalb auch die Absurdität und Skurrilität würdigen. Trotzdem schafft er es sowohl die psychische Belastung der Verfolgung als auch der zwangsweisen Trennung von der selbst gewählten Heimat Berlin deutlich darzustellen. Besonders deutlich und plastisch wird, dass sich die DDR-Führung mit dieser kleinlichen Unterdrückung keinen Gefallen getan hat, weil dadurch der Rebellengeist erst richtig geweckt wurde.Das Leben Wolf Biermanns bildet konkret ab, welche historischen Entwicklungen Deutschland vom 2. Weltkrieg an bewegten. Die Teilung, die Diktatur im Wettstreit mit der Demokratie, der Kampf um den "richtigen" Sozialismus, die Studentenbewegung, die Entspannungspolitik, die Wiedervereinigung und die Bildung neuer Blöcke und Konflikte, all das wird im Leben des Autors wirksam und mit vielen der Protagonisten steht Biermann als Freund oder Feind direkt in Verbindung. Das macht das Buch unglaublich lebendig und gleichzeitig lehrreich im besten Sinn. Gleichzeitg wird die unbändige Lebendigkeit und Gewitzheit Biermanns klar. Am Ende lässt das Buch etwas nach. Biermann ist nicht mehr so nahe an den Ereignissen und das Leben wird daher etwas weniger spannend. Daher sind die Erzählungen immer etwas in Gefahr, in Richtung Name-dropping abzurutschen. Und natürlich ist es ein radikal subjektives Buch, kein objektives Geschichtslehrbuch.

  • Klaus Ewert
    2018-10-31 15:02

    Mit dem Namen Biermann, verbindet man unweigerlich die Geschichte eines Unbequemen in der DDR.Denn sein wichtigster Lebensabschnitt war die Zeit in der DDR als Brechtschüler, Liedermacher und dann Berufsdisident.Interessant sind sicher auch seine Besucher, angefangen von Jon Baez über Rudi Dutschke bis hin zu Wolfgang Neus.Der letzte auch bekannt als „Mann mit der Trommel“ und in späteren Jahren als extremer Aussteiger.Auch Musiker wie Lindenberg schmückten sich mit einem Besuch bei Biermann.Neu und interessant waren für mich zwei Episoden.Tantiemen aus Westpublikationen wurden trotzt offiziellen Verbotes in der DDR ausgezahlt, in Ostgeld und teilweise in Westgutscheinen. Das ist deutsche Gründlichkeit, da war die DDR auch ganz Erbe dieser Tradition.Es lebte also von seinen Veröffentlichungen im Westen, die in der DDR verboten waren.Auch wenn er offiziell Berufsverbot hatte, musste er ja trotzdem von etwas leben und das hatte er ja wohl offensichtlich gekonnt.Nachdem er im Westen war, wurde ihm ein Besuch beim kranken Robert Havemann erstaunlicherweise erlaubt.Ein Bittgesuch, dass auf ein „Gentleman Engreement“ basierte hat dazu ausgereicht.Das ist um so erstaunlicher, da die „Entscheidungsträger" ja meistens als kalte Krieger verschrien sind.Er konnte jedoch der Versuchung nicht widerstehen, diesen Besuch öffentlich zu machen, entgegen seiner Zusage. Wenn auch über der Frau von Robert Havemann Katja, dazu war er dann doch zu sehr Selbstdarsteller.An diesem „privaten" Abschied musste die Welt dann doch Teilhaben haben.Er hatte, als er noch in der DDR lebte zwei "Schutzschirme".Als Kind eines jüdischen Vaters hatte er also das „das Erbe des Holocaust“ auf seiner Seite. Dazu kommt, er war auch ein „Kommunistenkind“ , das in die DDR gezogen war.Alles sind nicht seine Verdienste, aber diese Familiengeschichte war vererbbar auf die Nachgeborenen und er hielt das meiner Meinung nach gerne als Banner vor sich hin.Das er sich selbst, Schüler von Brecht, obwohl er mehr ein Zögling von Helene Weigel war, als aufrechten Kommunisten verstand, war der Schild, der ihn zunächst zusätzlich schütze.Dann ab Mitte der 60-er Jahre, mit dem 11. Plenum der SED, begann der Kahlschlag in der Kunstszene und er wurde zu unbequem.Denn er hat ein wirklich tolles Gespür für ausdrucksstarke Worte und das kam auch in seinen Liedern und Gedichten zum Ausdruck. Wie er in seinem Buch die Begegnung mit Stefan Heym beschreibt, als er ihn, von einem Gespräch mit dem Kulturminister zurück kommend, begegnet, ist unvergesslich.„Wie ein gebrochener Jude, der seinen Leuten auf der Rampe hinterher läuft“. Solche Worte graben sich ins Gedächtnis.Biermann, er benutzt seine Worte wie einen Kampfhammer. Die können einen schon erschlagen, da ist er wenig zimperlich.Ja er kokettiert, auch in Bezug auf auch seine Person, gerne mit provozierenden Begriffen wie Großmaul und Hetzer, aber immer mit einem, um Verständnis werbenden, Augenzwinkern.Andere Zeitgenossen, Weggefährten oder sogar Freunde müssen seine, oft öffentlich vorgetragene, Abrechnung ertragen können. Da schwingt bei mir immer ein wenig Gefühllosigkeit und Selbstgerechtigkeit mit.Am Ende bleibt doch kaum einer Übrig, der sich in seinen Augen nicht des „Verrats“ schuldig gemacht hatte und Heiner Müller musste ihn daran erinnern, dass es auch ein Menschenrecht auf Feigheit gibt.Denn 1968 nach dem Einmarsch in Prag, als ihn noch nicht die Aura des 1. DDR Dissidenten schützte, hatte er auch Flucht und Versteck, vor vermeintlichen oder realen Gefahren, vorgezogen.So nimmt also ein Großteil seiner Biografie die Zeit bis 1976 ein.Ich bin mir wirklich immer noch nicht sicher, ob er nicht im Inneren um die Möglichkeit eines "Rausschmisses" wusste und dachte, mal sehen ob die sich trauen. Klar die trauten sich, nur mit dem darauf folgenden Exodus der DDR Künstler hatte keiner gerechnet.Wie alle anderen Sänger und Schauspieler, die ihre Heimat und ihr Publikum verloren, war ihm jetzt klar, das das ein Neubeginn auch für ihn sein musste. Biermanns Lebenszweck war die Kritik des real existierenden Sozialismus. Von der Ferne war du nur Zuschauer und nicht Akteur. So fehlte ihm die DDR mehr als er ihr. Die West-Kommunisten, Ökologen und Feministen sind ihm fremd geblieben.So entdeckter er Frankreich und das süße Leben eines Bohéme. Doch seine Stasierlebnisse hatte er mitgenommen und danach noch 40 Jahre vor sich ausgebreitet.Amüsant fand ich schon, dass erst ein junger Neo-Nationalsozialist ihn auf die Seelenverwandtschaft linker wie rechter Ideologie aufmerksam machen musste. Gute Idee, nur schlecht gemacht.Linke wie Rechte sahen sich ja schon äußerlich in der 30-er Jahre zum verwechseln ähnlich, da ist es doch nicht verwunderlich dass sich ihrer Methoden nicht groß unterschieden. Zum Glück waren die Kommunisten in der DDR nicht solche „Blutsäufer“ wie die Nationalsozialisten, doch in der Bürokratie der“ Menschenkontrolle“ waren sie wie gute deutsche Bürokraten.Biermann war also draußen und die Revolution, Wende , Zusammenbruch wie man es auch bezeichnen will, fand ohne ihn statt. Das war die bitterste Pille für ihn. Der 4. November und er nicht auf der Bühne des Alexanderplatzes.Hinzu kam, dass inzwischen 13 Jahre vergangen waren und er nicht mehr das Revolutionssymbol im Osten war.Als Gallionsfigur ließ er sich in den Unruhezeiten gut verwenden. Seine alten Lieder wider die SED Bonzen und der Stasiwillkür kamen und kommen immer noch gut an.Im Westen ist Biermann zum Renegaten geworden, vom Exkommunisten zum Antikommunisten und, Demokraten, egal ob Sozial, Christlich oder Liberal. Besser eine schlechte Demokratie als eine gute Diktatur!Im wiedervereinigten Vaterland entdeckte er seine jüdischen Wurzeln und eine eigene Sichtweise zu den Nahostkriegen.Doch was ist mit seiner Heimat. Der Osten und seine Bewohner sind , für ihn nur das dumme Volk, das erstaunlicher Weise zum richtigen Zeitpunkt „wir sind ein Volk“ geschrien hat, ansonsten eben DDR , nach seiner Übersetzung „der dummer Rest“, kenne ich eigentlich noch deutlicher als „der doofe Rest“.Der Osten ist für ihn besiedelt von den Erben den Kommunismus, Glatzköpfe, Skinheads und kleinbürgerliche Spießer.Wer zu Zeiten der DDR nicht aufbegehrt hat ist entweder zu dumm, bequem oder zu feige.Auf jedenfalls ist er nicht zum Disidenten "geadelt" durch eine dicke Stasiakte, wie er.Ja wer ist nun schlimmer daran , der der eine Stasiakte hat oder derjenige der keine hat.Diese begnadete Texter ist sprachlos, das wiedervereinigte Deutschland zu besingen. Kein Wort im Buch über die gebrochenen Biografien , die untreue Treuhand und die neuen Politiker.Kein Wort zum peinlichen, fast sprachlosen Verhalten des Bundestages bei der Rede von Stefan Heym zum 13. Bundestag am 10.11.1994. Damals war Heym unbequemer als Biermann!Biermann war 25 Jahre sprachlos zur Wiedervereinigung, besser zum Beitritt. Lieber genießt er im Bundestag den Beifall der Volksparteien der Mitte, weil er die Linke als Vertreter der alten SED Nomenklatura und Erben der Stasi geißelt.Dabei geht es ihm nicht um konkrete Mitglieder oder die Parteipolitik, sondern ums Prinzip.Kurz nach der "Wende" wäre das noch glaubhaft gewesen, da wurde immer wieder die PDS mit dem Zusatz SED-Nachfolgepartei versehen. Doch das Leben in Deutschland ist komplizierter. Da scheint mir Biermanns Blick nur in den Rückspiegel zu einseitig. Wenn er schon keine Worte für die Umbrüche der Nachwendezeit findet, so hätte ich mir doch eine Stimme gegen die Probleme des „neuen Deutschland“ gewünscht.So bleibt Biermann eine kontroverse Person in der deutschen Geschichte. Jedoch ist ein ein begnadeter Dichter, Liedermacher und interessanter Zeitzeuge des geteilten Deutschlands.Anhänger und Kritiker von Ihm sei dieses Buch empfohlen, man muss seinen Standpunkt nicht immer teilen, doch es bleibt eine lesenswerte, unangepasste Lebensgeschichte.

  • UnfinishedSymphony
    2018-11-10 21:02

    Im Gegensatz zu anderen Autobiografien merkt man hier, dass man es mit einem Autor zu tun hat, der das gesprochene und geschriebene Wort beherrscht. Das macht den Ausflug in das Leben von Biermann zu einem Lesevergnügen. Ein mitreißend geschriebenes Stück deutscher Geschichte, das ich auch dann voll empfehlen kann, wenn man (so wie ich...) nicht alle Ansichten Biermanns teilt.

  • Eduard Schoen
    2018-10-30 19:18

    Ich habe das Werk mit Genuss gelesen. Eine derart detailreiche und farbige Lebensbilanz, die tiefe Einblicke in die Lebenswirklichkeit v.a. der DDR erlaubt, hätte ich nicht erwartet.

  • E. H. Dissen
    2018-10-28 19:27

    Unglaublich informativ, und eine persöhnliche Geschichte der Gegenbewegung in der DDR. Wolf Biermann schildert das Milieu in der er zu überleben versucht, ohne seine Idealen zu verleugnen. Dabei schreibt er wie ein grosse Dichter in eine sehr kreatives Deutsch, wovon ich als Ausländer sehr viel gelehrt habe, mit freude.