Read Über die (Un) Möglichkeit zu trauern by Franz Wellendorf Online

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Die Autorinnen und Autoren er rtern Trauer, Verlusterfahrungen und deren Folgen Dabei erweist sich, dass die M glichkeit zur Verarbeitung von Verlusten die seelische Entwicklung, inneres Wachstum und den psychotherapeutischen Prozess bestimmt.Die Themen im Einzelnen Die theoretische Konzeptualisierung von Trauer und Melancholie bei Sigmund Freud und Melanie Klein Die F higkeit zur trauernden Verarbeitung als Voraussetzung f r seelisches Wachstum und Entwicklung Fr he St rungen als Folge fr her Verlusterfahrungen und mangelnder empathischer Erfahrungen Trauerprozesse als Grundlage analytischer Arbeit Die Ausformung von Trauerarbeit und der Umgang mit pathologischer Trauer im therapeutischen Prozess Trauerprozesse im Rahmen der Verarbeitung kollektiver Verlusterfahrungen Trauer und Verlust in Kunst, Literatur und Film...

Title : Über die (Un) Möglichkeit zu trauern
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ISBN : 3608945318
ISBN13 : 978-3608945317
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Klett Cotta Auflage 1 1 April 2009
Number of Pages : 497 Pages
File Size : 662 KB
Status : Available For Download
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Über die (Un) Möglichkeit zu trauern Reviews

  • Manfred Sandau
    2018-10-31 13:50

    Das Ehepaar Mitscherlich nannte sein vor 30 Jahren erschienenes Buch die Unfähigkeit zu trauern. Hierbei ging es zuerst um die gesellschaftliche Dimension der Trauer nach dem 2.Weltkrieg.Dieses Buch ist ein Tagungsband zu einer gleichnamigen Tagung der DPG im Jahre 2007.Die Autoren sind, soweit ich das beurteilen kann allesamt Psychoanalytiker und aus diesem psychoanalytischen Hintergrund und aus dieser Begrifflichkeit versuchen sie uns Trauerprozesse verständlich zu machen. Sigmund Freud hat in einem 1917 erschienen Werk zwischen Trauer und Melancholie unterschieden. Letztere ist eine Grundstimmung. Trauer bezieht sich auf einen bestimmten Verlust. Einen Menschen der gestorben ist. Der uns verlassen hat. Kinder die weg ziehen.Nach Freuds Verständnis ist eines unserer Probleme, bei dem Zulassen der Trauer, dabei auch unsere negativen, ambivalenten Gefühle dabei zu akzeptieren. So wie es ein Reifungsschritt in der menschlichen Entwicklung ist, zu akzeptieren, dass es in uns meistens beides gibt. Etwas löst eine Freude in uns aus, aber auch ein gewisses Unbehagen. Die Schwiegermutter kommt zu Besuch. Wir freuen uns, dass sie kommt, wir haben aber gleichzeitig das Gefühl, dass kritische Blicke in unserer Wohnung umherwandern um etwas zu finden, das nicht ihren Vorstellungen entspricht.Ein Mensch stirbt, wir sind traurig, dass er lange gegen eine unheilbare Krankheit gekämpft hat und den Kampf verloren hat. Wir sind auch ein wenig erleichtert, ihn nicht weiter ringen sehen zu müssen. Es gibt aber auch einen gewissen Groll, wir sind verlassen worden. Wir sind die Hinterbliebenen. Hinter den Gefühlen der Verletzung, stehen manchmal nicht zu Ende geführte Trauerprozesse aus früheren Erlebnissen. So kann der Ehemann, dessen Frau sich von ihm trennt, dies nicht verkraften, weil er im Grunde bereits als Kleinkind von seiner Mutter verlassen wurde, weil diese sich einem anderen Mann zuwendete und das Kind nicht mit in die neue Beziehung genommen hat. Möglicherweise hatte die Ehefrau auch über Jahre eine Art „Ersatzmutter-Funktion“, hat das Haus in Ordnung gehalten, die Kleidung morgens bereit gelegt, die Einhaltung der Termine überwacht und selbstverständlich war sie für die Besorgung und Zubereitung der Nahrung zuständig.Ich habe das Buch während eines tatsächlich vorliegenden Trauerfalles erworben, in dieser konkreten Situation, war ich nicht in der Lage es zu Ende zu lesen. Der Beitrag von Ludwig Janus, der den Anteil kindlicher Verlusterlebnisse am Gesamttrauerprozess verständlich macht, hat mir vielleicht am besten geholfen, die eigene Trauer zu verstehen und zu überwinden.Nun gibt es bei der Sicht Freuds einen Punkt, den ich persönlich heute in Frage stellen würde, nämlich dass wir uns von dem Liebesobjekt völlig ablösen und alle auf es gerichteten Energien abziehen müssen, um gut weiter leben zu können. Das mag zwar ein konsequenter theoretischer Gedanke sein, aber ich glaube nicht, dass er für wirklich tiefe menschliche Verluste die wir in unserem Leben verarbeiten müssen, wirklich völlig treffend ist.Menschen gehen noch nach Jahren auf den Friedhof und stellen an Geburtstagen einen Blumenstrauß auf das Grab. An dem Tag des Unfalles einer Tochter mit dem ersten Auto, sieht man an diesem Tag einen Strauß vor dem Kreuz stehen. Warum soll nichts von dem anderen übrig bleiben und uns nichts mehr an ihn erinnern. Ich sehe in der Möglichkeit zu trauern, einen Dynamischen Prozess der sich in Stufen vollzieht. Ich kann nichts Falsches daran erkennen, wenn jemand an einem bestimmten Platz in seiner Wohnung mehrere Fotos bereits verstorbener Verwandter aufhängt, und ihnen so einen ehrenden Platz in seinem Leben und im Andenken erhält.Das Buch ist mittlerweile günstiger als zum Zeitpunkt, als ich es erworben habe. Vielleicht ist das ein weiterer Anreiz, seine Sammlung damit zu vervollständigen.