Read Shylock: Roman by Howard Jacobson Online

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Von rebellischen T chtern und verblendeten V ternDer reiche Kunstsammler Simon Strulovitch aus Manchester hat Sorgen Seine aufm pfige Tochter Beatrice ist in die Kreise der leichtlebigen Erbin Plurabelle und ihres pers nlichen Assistenten D Anton geraten Nicht der richtige Umgang f r ein j disches M dchen, klagt Strulovitch seinem Zufallsbekannten Shylock Dieser r t zur Zur ckhaltung Doch als Beatrice sich auch noch mit dem Fu ball Beau und Unterw sche Modell Howsome einl sst, sieht ihr Vater rot Er verlangt, dass der junge Mann zum Judentum konvertiert Mit Hilfe einer kleinen Operation lie e sich heute manches arrangieren Aber das Leben h lt nicht nur f r Strulovitch ein paar Lektionen bereit.Howard Jacobson fragt in diesem tiefsinnigen, gleichzeitig am santen und stellenweise irrwitzigen Roman Was macht einen Mensch zum Juden Und was hei t es, Jude zu sein in einer s kularen Welt Ein h chst burlesker Umgang mit dem vermeintlichen Antisemitismus des umstrittensten Dramas von Shakespeare....

Title : Shylock: Roman
Author :
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ISBN : 9783813506747
ISBN13 : 978-3813506747
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Albrecht Knaus Verlag 11 April 2016
Number of Pages : 161 Pages
File Size : 964 KB
Status : Available For Download
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Shylock: Roman Reviews

  • Mikka Liest
    2018-12-14 00:51

    Von der Struktur her ist “Shylock” eine Chimäre: ein unentschlossenes Mischwesen aus Theaterstück und Roman, in meinen Augen nur halbwegs geglückt.Durch die Aufteilung in Akte erinnert das Buch an Shakespeares Drama, auch die dialog- und monologlastige Sprache lässt das Theater anklingen. Dieser Klang hat für mich jedoch deutliche Misstöne – die Sprache fühlt sich unnatürlich an für die modernen, zum Teil jugendlichen Charaktere.Viele dieser Charaktere sind meines Erachtens ohnehin zu provokant überzogen, zu wenig differenziert und authentisch für einen Roman.In einem Theaterstück hat jeder Charakter nur eine begrenzte Zeit, um dem Zuschauer sein Wesen und seine Motive zu vermitteln, deswegen ist dort eine gewisse Vereinfachung und Übersteigerung unumgänglich, aber in einem Roman fällt diese Notwendigkeit weg. Wird dennoch vereinfacht und übersteigert, werden aus Charakteren schnell Parodien oder Klischees, und genau das passiert hier meiner Meinung nach.Der Kunstsammler Simon Strulovitch nimmt die Rolle des Shylock ein, seine frühreife Tochter Beatrice die Rolle von Shylocks Tochter Jessica. Das verwöhnte reiche Social-Media-Sternchen Anna Livia Plurabella Cleopatra Eine-Schönheit-ist-eine-ewige-Freude-weiser-als-Salomon Christine (der Name ist Programm) gibt die Portia, während ihr Bekannter D’Anton das moderne Äquivalent des Kaufmanns Antonio darstellt. Auch bei anderen Charakteren kann man erahnen, welcher Charakter aus “Der Kaufmann von Venedig” ihnen Pate gestanden hat.Die beiden Frauengestalten in “Shylock” fand ich sehr fragwürdig: sie gehen extrem (!) jung sexuelle Beziehungen ein und haben beide einen Vaterkomplex mit inzestuösem Unterton. Strulovitch denkt beängstigend oft darüber nach, wie verführerisch seine Tochter ist.Interessanterweise tritt Shakespeares Shylock selber in der Geschichte auf.Am Anfang hielt ich ihn für reines Gedankenspiel des bekennenden Shakepeare-Liebhabers Strulovitchs. Aber im Laufe des Buches interagieren auch andere Charaktere mit Shylock, er ist also ein Mensch aus Fleisch und Blut – gleichzeitig ist er ebender Shylock aus dem Venedig des 16. Jahrhunderts.Wie das möglich ist, bleibt unerklärt, und Strulovitch hinterfragt es kaum.Sei’s drum, denn die Dialoge zwischen Shylock und Strulovitch – scharfsinnig, manchmal humorvoll, immer zum Nachdenken anregend – sind für mich das Highlight und Herzstück des Buches.Shylock ist immer noch der Shakespeare-Shylock, wie er leibt und lebt: sein Sprachrhythmus, sein ätzender Humor, sein zwiespältiges Wesen. Strulovitch neidet ihm seine Kompromisslosigkeit, und letztlich ist er deswegen dazu verdammt, Shylocks Schicksal zu wiederholen.Aber so sehr ich die Dialoge zwischen Shylock und Strulovtich auch genoss, stellte sich doch irgendwann Überdruss ein.Ihre Gespräche drehen sich immer wieder um dasselbe Thema, aus demselben Blickwinkel.Es geht um das Judentum, das traditionelle sowie das moderne, und das jüdische Selbstverständnis in einer nicht-jüdischen Gesellschaft. An sich ein hochinteressantes Thema, aber es dreht sich zu sehr um sich selbst und verliert dadurch an Substanz. Strulovitch, der antisemitische Vorurteile beklagt, unterteilt die Menschen rigoros in “die Christen” und “die Juden”, ohne sich einer Doppelmoral bewusst zu sein.Shylock vertritt den Standpunkt des traditionellen Judentums, während Strulovitch sich als moderner Jude über die Religion erhaben fühlt. Doch als seine Tochter einen Christen heiraten will, nimmt Strulovitch auf einmal antiquierte Vorstellungen an.Und hier wird die Geschichte absurd.Aus dem Drama wird eine Posse: die meisten nicht-jüdischen Charaktere zeigen sich auf einmal plump antisemitisch – Plurabelle und D’Anton lachen hysterisch über Schmähbegriffe wie “Hakennase”, Beatrices Liebhaber Graham zeigt den Hitlergruß –, und Strulovitch ist fest entschlossen, besagtem Liebhaber die Vorhaut zu rauben und ihn dadurch quasi zum Juden zu machen.Durch konstruierte Ereignisse ergibt es sich, dass D’Anton für die Sache einstehen muss.Die Vorhaut stellt also das Pfund Fleisch dar, das Shylock im Originaldrama von seiner Nemesis Antonio fordert, aber das ergibt absolut keinen Sinn: welchen Sinn macht es für Strulovitch, die Vorhaut eines anderen Mannes als Ersatz zu akzeptieren? Dadurch wird der Liebhaber seiner Tochter jedenfalls nicht zum Christen – wobei die Vorstellung, dass man einen Mann durch Beschneidung zum Christen machen kann, natürlich von vorneherein absurd ist.FAZITIm Grunde lässt sich das Originaldrama herunterbrechen auf:Einem Juden wird viel Unrecht getan. Er muss sich tagtäglich herumschlagen mit Vorurteilen, hat dadurch auch echte Nachteile und fühlt sich gedemütigt. Als sich eine Chance bietet, sich an einem seiner Peiniger zu rächen, bringt sein Zorn ihn dazu, maßlos in seiner Grausamkeit zu werden.Aus einer modernen Adaption hätte man viel machen können, aber für ich ist die Umsetzung leider nicht gelungen.

  • Xanaka
    2018-12-11 06:45

    Angelehnt an "Der Kaufmann von Venedig" von William Shakespeare wird hier die Geschichte in ein der heutigen Zeit noch einmal erzählt.Die Story klingt erst einmal interessant. Der reiche jüdische Kunstsammler Strulowitsch aus Manchaster hat Sorgen. Seine frühreife Tochter Beatrice ist in die Kreise von Plurabelle einer jungen, sehr reichen leichtlebigen Erbin geraten. Dort lernt sie auch noch den sehr viel älteren Fußballer Howsome kennen, der sich sofort in das junge Mädchen verliebt. Das kann Strulowitsch so nicht akzeptieren.Eigentlich eine Thematik, wie sie auch im Leben stattfinden könnte. Die Konflikte, die daraus entstehen sind bestimmt lesenswert. Allerdings hat der Autor hier für mich schwer verdauliche Kost geschaffen. Er springt in der Handlung hin und her, es fiel mir schwer den eigentlichen Faden zu finden. Es gibt auch hier ausgesprochen schöne Textpassagen, die ich mir markiert habe. Sie sind einfach zu schön. Einige Dinge waren mir während des Lesens unklar und sie sind mir bis zum Schluss auch nicht klarer geworden. Wahrscheinlich fehlte mir hier der Bezug zu Shakespeare.Wer sich gern mit Shakespeare beschäftigen möchte, der kann sich hier gern ein eigenes Urteil bilden. Von mir gibt es nur zwei Lesesterne.

  • Sarahs Bücherregal
    2018-11-22 05:49

    Shylock und Strulovitch lernen sich zufällig kennen, auf einem jüdischen Friedhof kommen sie ins Gespräch und der Kunstsammler Strulovitch lädt Shylock in sein Haus ein. Dessen Tochter ist verschwunden, während Strulovitchs Teenager-Tochter Beatrice grundsätzlich zwar noch zu Hause wohnt, aber eindeutig ihre Grenzen testet. Neuester Coup ist die Freundschaft zu It-Girl Plurabelle und die Beziehung zu seinem Fußballprofi, der zu allem Überfluss auch noch kein Jude ist. Für Strulovitch gibt es nur eine Möglichkeit, die Beziehung zu legitimieren: Der Fußballprofi soll sich nachträglich beschneiden lassen. Das erscheint dem jedoch etwas zu gewagt und die Geschichte nimmt Fahrt auf.Howard Jacobsons Roman „Shylock“ ist im Rahmen des Hogarth Shakespeare-Projekts bei Knaus erschienen und ist eine Neubehandlung von Shakespeares Stoff aus „Der Kaufmann von Vendig“. Schwerpunkt des Romans sind die Gespräche zwischen Shylock und Strulovitch, in denen es hauptsächlich um ihre jüdische Identität geht, inwieweit sie sie beeinflusst und wo die Grenzen sind, die sie nicht überschreiten würden. Strulovitch wurde selber von seinem Vater enterbt, als er eine Christin heiratete, trotzdem stellt er jetzt fest, dass er als Vater ebenso handelt und sich nicht vorstellen kann, dass Beatrice keinen Juden heiratet. Die Gespräche zwischen Shylock und Strulovitch sind höchst amüsant zu lesen, sie haben sich scheinbar völlig in eine Blase zurückgezogen, aus der sie Entscheidungen treffen, die am Leben vorbeizugehen scheinen. So hat Beatrice dann auch entsprechend wenig Verständnis für die Vorstellungen ihres Vaters. Die Geschichte mit der nachträglichen Beschneidung führt Jacobson am Ende derart ad absurdum, dass man beim Lesen nur noch lachend den Kopf schütteln kann.Der Roman „Shylock“ von Howard Jacobson ist ein witziger Parforceritt durch das jüdische Selbstverständnis der Hauptfiguren und sehr unterhaltsam zu lesen, daher kann ich den Roman nicht nur Shakespeare-Fans guten Gewissens weiterempfehlen.