Read Das Grundgesetz: Eine Biographie (Rowohlt Monographie) by Christian Bommarius Online

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Es ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte so gut wie keine Talkshow, keine Demonstration, kein Leitartikel kommt ohne Verweis auf das Grundgesetz aus, doch als es vor sechzig Jahren in Kraft trat, ahnte niemand, wie sehr dies kleine Buch das Land ver ndern w rde Christian Bommarius schildert die dramatischen Umst nde, unter denen es entstand Er erz hlt von den 73 M nnern und vier Frauen, die drei Jahre nach dem Ende der Nazi Diktatur, mitten im Kalten Krieg, w hrend der Berliner Blockade, zusammenkamen, um ber eine demokratische Verfassung zu beraten, wie sie die Deutschen in ihrer Geschichte noch nicht besessen hatten bedeutende Politiker der Weimarer Republik wie Paul L be, solche, die die Geschicke der Bundesrepublik bestimmen sollten wie Konrad Adenauer oder Theodor Heuss, aber auch heute vergessene Opfer des Nationalsozialismus wie der Kommunist Max Reimann, der Jahre im Konzentrationslager war Doch Bommarius zeigt nicht nur, welche Richtungsk mpfe um die Zukunft Deutschlands damals ausgetragen wurden, sondern auch, wie das Grundgesetz ber Jahrzehnte die deutsche Lebenswirklichkeit gespiegelt und zugleich gepr gt hat und l sst so, wie nebenbei, sechzig Jahre Bundesrepublik Revue passieren....

Title : Das Grundgesetz: Eine Biographie (Rowohlt Monographie)
Author :
Rating :
ISBN : 3871345636
ISBN13 : 978-3871345630
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Rowohlt Berlin Auflage 2 16 Januar 2009
Number of Pages : 170 Pages
File Size : 764 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Das Grundgesetz: Eine Biographie (Rowohlt Monographie) Reviews

  • Lonicera
    2018-11-19 22:24

    Eine Rezension im Deutschlandfunk machte mich auf das Buch aufmerksam, sonst wäre mir seine Existenz möglicherweise entgangen. Ich habe den Kauf nicht bereut.Der Autor macht den Zeitgeist der Nachkriegsjahre lebendig, in denen unser Grundgesetz entstand. Während die Bürger von Wohnungsnot, Hunger und der Angst vor dem 3. Weltkrieg umgetrieben wurden, nahm im Jahr 1948 der parlamentarische Rat, bestehend aus 61 Männern und 4 Frauen, seine Arbeit auf. Unter den von den drei Westmächten gesetzten Rahmenbedingungen berieten sie über eine demokratische Verfassung für ein besiegtes und moralisch diskreditiertes Land. Das Ergebnis ist alles andere als selbstverständlich, auch wenn es uns heute so vorkommt. Das zeigt uns der Autor in seiner detailreichen Schilderung der Debatten und Intrigen um die Freiheitsrechte, das Asylrecht, den Föderalismus, die Gleichberechtigung, das Elternrecht und die Todesstrafe. Ganz besonders berührt hat mich die damalige Rede des SPD-Abgeordneten Ludwig Wagner zur Abschaffung der Todesstrafe und die ungewöhnliche Öffentlichkeitskampagne der sozialdemokratischen Abgeordneten Elisabeth Selbert zur Durchsetzung des Gleichstellungsartikels.Das letzte Kapitel schildert die "Bewährung" des Grundgesetzes in den Jahrzehnten seit seiner Entstehung. Man erhält einen Überblick über die besonders strittigen Fälle, die das BVG im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verhandelt hat. Dazu gehören u.a. die Wiederbewaffnung, das Namensrecht, die Pressefreiheit, die Notstandsgesetze und nicht zuletzt die sog. Fristenlösung.Und das alles kommt nicht als trockene Nachhilfestunde in Geschichte daher, sondern wird von Christian Bommarius kenntnisreich und anschaulich erzählt.Mein Fazit: Unbedingt lesen! Unbedingt verschenken!

  • Wolfram Schrag
    2018-10-21 15:19

    Natürlich gibt es 2009 viele Bücher zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes. Es gibt historische und juristische, auch beides. Christian Bommarius hat weder das eine noch das andere geschrieben, dafür ist er viel zu sehr Journalist, nämlich leitender Redakteur bei der Berliner Zeitung. Und er ist ein politisch denkender Mensch. Am besten passt vielleicht der Begriff 'Verfassungspatriot', also kein schwarz-rot-goldener Fähnchenschwenker, sondern einer, der es lieber mit dem früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann hält, der bekanntermaßen nicht sein Vaterland geliebt hat, sondern seine Frau.Bommarius hat eine Biografie des Grundgesetzes geschrieben, beschreibt also die bisherige Lebensgeschichte der deutschen Verfassung nach 1949. Dabei nimmt er verschiedene Perspektiven ein, die den Weg zum Parlamentarischen Rat im Museum König in Bonn geebnet haben, wo zwischen September 1948 und Mai 1949 das Grundgesetz erarbeitet wurde. Dabei zeichnet er auch die Irrwege und Sackgassen nach, wie den vergeblichen Kampf Berliner Politiker, die ehemalige Hauptstadt nach dem Krieg als Zentrum wiederaufleben zu lassen, was am Widerstand der Rheinländer um Konrad Adenauer gescheitert ist. Aber auch wie SPD-Politiker um den richtigen Weg zwischen Sozialismus und Sozialdemokratie rangen.Bommarius hat das Buch den Mitgliedern des Parlamentarischen Rats gewidmet. Seine Sympathie gilt ihnen, doch hebt er auch die Vorarbeiten zum Grundgesetz hervor, ob im Widerstand gegen Hitler im sogenannten 'Kreisauer Kreis', in jüdischen Exilzirkeln in New York oder direkt nach dem Krieg, als die Länder erste eigene Verfassungen erarbeiteten.Bommarius macht deutlich, warum Artikel eins des Grundgesetzes die Menschenwürde hervorhebt. Für die Mitglieder des Parlamentarischen Rates war 1945 nicht die größte Niederlage Deutschlands, sondern Befreiung. Viele waren im Widerstand, andere sympathisierten mit ihm. 'Warum Grundrechte? Der Staat soll nicht alles tun können, was ihm gerade bequem ist, wenn er nur einen willfährigen Gesetzgeber findet, sondern der Mensch soll Rechte haben, über die auch der Staat nicht soll verfügen können. Die Grundrechte müssen das Grundgesetz regieren.'Was zeichnet Bommarius Buch aus? Er sieht auch Geschichten am Rande der großen Geschichte und zeigt dadurch sein journalistisches Talent, spannende Reportagen einzuflechten. Da ist die Ironie der Geschichte, die im Werdegang des Reichstagsstenografen Vinzenz Koppert ihren Ausdruck findet, dessen Arbeit als deutschen Zeitläufte überstand. Das ist aber auch die anrührend deutsche Biografie der Familie Simons. Zum einen Hans Simons, in die USA emigrierter Politiker und Wissenschaftler, der mit den US-Behörden zurück nach Deutschland kommt und als einer der wichtigsten Vermittler zwischen den Besatzungsmächten und dem Parlamentarischen Rat gilt. Zum anderen Gerhard Simons, der Sohn aus erster Ehe, der den Krieg erlebt und im Nachkriegsdeutschland eine der ersten Studentenproteste organisiert.Bommarius zeigt aber auch, wie schwer sich die Deutschen mit ihrer neuen Verfassung taten und erst durch kraftvolle Urteile des Bundesverfassungsgerichts den wahren Wert des Grundgesetzes erkannten. Dem Karlsruher Gericht gilt Bommarius weiteres Augenmerk. Lange Jahre hat er selbst dort dessen Arbeit als Korrespondent begleitet. Die weitere Verfassungsgeschichte lässt sich anhand der Urteile am einfachsten nacherzählen, ob zu den Notstandsgesetzen, zum Schwangerschaftsabbruch oder zur Volkszählung. Bommarius verfällt aber auch hier nicht in Jubelstimmung, sondern bleibt ironisch distanziert. Bitter wird er erst am Schluss: Er schildert, wie das Asylrecht im Laufe der Jahre zur Hülle verkam und damit dem Anspruch der Väter und Mütter des Grundgesetzes in keiner Weise mehr gerecht wird. Die Biografie des Grundgesetzes endet mit einem pessimistischen Ausblick: Bommarius spricht von einer Belagerung, der das Grundgesetz durch immer neue Sicherheitsgesetze ausgesetzt ist. 'Nie haben die Deutschen so sicher gelebt, nie waren die Verhältnisse weiter von einem Ausnahmezustand entfernt. Die Gefahren haben abgenommen, aber dramatisch zugenommen hat die Bereitschaft des Gesetzgebers, zur Vermeidung der Gefahren die Freiheitsrechte der Bürger immer weiter zu beschneiden und das Grundgesetz als nicht mehr zeitgemäß abzutun, als verstaubtes Requisit im Fundus der deutschen Geschichte'.Bommarius macht mit seiner Biografie deutlich. Das Grundgesetz lebt!

  • R. Reinert
    2018-11-17 23:30

    Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen. Reichlich verwundert war ich aber über die Bewertung des "Fragebogens" von Ernst von Salomon. Witzig sind viele Passagen im Fragebogen wirklich. Was infam daran sein soll, wenn Salomon seine anderthalbjährigen Erfahrungen in amerikanischen Internierungslagern schildert, in denen offenbar nicht der geringste Versuch unternommen wurde, den Deutschen den Geist des Nazismus auszutreiben, weiß Bommarius wohl ganz allein. Woher er wissen will, dass Salomon fand, "die Diktatur der Nazis sei auch nicht viel schlimmer gewesen als die Demokratie, in deren Namen die Siegermächte die Deutschen vor die Spruchkammern zitierten und die Verurteilten in Lager steckten" (S. 41), ist mir schleierhaft - im Fragebogen findet sich nichts dergleichen. Schon das Wort "die" Deutschen ist im Hinblick auf Salomon und seinen Lebensweg ganz falsch. In den Lagern, die Salomon unter entwürdigenden Umständen selbst erlebte, befanden sich keine Verurteilten, dort wurde auch niemand vor eine Spruchkammer "zitiert". Am besten, man liest selbst den "Fragebogen". Es ist im Jahr 2011 in 19. Auflage als Taschenbuch erschienen. Ein interessantes Zeitdokument aus den ersten Nachkriegsjahren - keine abgeklärte Darstellung aus 60 Jahren Distanz.Hoffentlich sind seine anderen Verweise besser als die Auseinandersetzung mit von Salomon.R. Reinert