Read Der dritte Anlauf: Alle Macht den Räten (Neue Kleine Bibliothek) by Manfred Sohn Online

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Die Wirtschafts und Finanzkrise, die seit 2008 in Wellen das ganze kapitalistische Weltsystem durchsch ttelt, nimmt und nimmt kein Ende Dies unterstreicht die Bedeutung einer grunds tzlichen gesellschaftlichen Ver nderung und damit einer neuen Sozialismuskonzeption, die die Ursachen f r das Scheitern von 1989 91 verarbeitet Dazu soll Der dritte Anlauf einen Beitrag leisten In ihm b ndeln sich drei Gedanken Zum einen bezieht Manfred Sohn in die historischen Lehren nicht nur die Sowjetunion und die DDR ein, sondern greift zur ck bis zur Pariser Commune, der roten Zeit der Kirschen , als dem ersten Anlauf Daraus entwickelt er die Notwendigkeit, einen neuen Sozialismus vor allem kommunal und dezentral zu konzipieren Zweitens untersucht er die ver nderten konomischen Rahmenbedingungen und legt dar, dass auch sie eine Abkehr von immer mehr Zentralismus nahelegen Schlie lich verkn pft er seine konzeptionellen berlegungen mit der Aufforderung, Sozialismus und Feminismus gemeinsam zu denken....

Title : Der dritte Anlauf: Alle Macht den Räten (Neue Kleine Bibliothek)
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ISBN : 3894384913
ISBN13 : 978-3894384913
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : PapyRossa Verlag Auflage 1 1 Januar 2012
Number of Pages : 180 Seiten
File Size : 966 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Der dritte Anlauf: Alle Macht den Räten (Neue Kleine Bibliothek) Reviews

  • Sumi Miller
    2018-10-25 17:54

    Manfred Sohn hat bei Karl Marx die Anleitung für den »Dritten Anlauf« entdeckt: »Kapitalismus bedeutet ökonomisch vor allem Zentralisation.«(71) War Marx also so etwas wie ein Vorläufer der Monopolkommission und gar nicht der radikale Kritiker eines Produktionsverhältnisses in dem - egal ob Groß- oder Kleinunternehmer - die Gebrauchsgegenstände und Arbeitsbedingungen zum Mittel der Wertproduktion degradiert werden? In dem die mittellosen Arbeitnehmer über den Verkauf ihrer Arbeitskraft die permanente Bereicherungsquelle der Produktionsmittelbesitzer sind. Wo also Armut die beständige Quelle der Reichtumsproduktion ist. Gestützt auf seine Marxinterpretation erklärt Manfred Sohn:»Wer daher Gleichheit und soziale Gerechtigkeit durchsetzen will, kommt um einen Systemwechsel nicht herum. Systemwechsel aber heißt in seinem Kern Wechsel der Eigentumsverhältnisse, heißt Vergesellschaftung des Grund und Bodens und der großen Produktionsmittel.« (175) Zu den »großen Produktionsmitteln« zählt Sohn Straßen- und Schienennetz, Häfen und Flughäfen, Energie- und Kommunikationsnetze, Banken sowie das Gesundheits- und Ausbildungswesen. (120) Kleinere und mittelgroße Unternehmen sollen auch weiterhin frei am Markt auf der Basis von kapitalistischem Privateigentum agieren können. (85) »Wenigsten für die überschaubare Zukunft (auch) solche Riesenwerke wie Volkswagen mit weit über 100.000 Arbeitern und Angestellten oder Airbus oder große Werften.« (122) »Es bleiben mithin ... für eine Phase, die einige Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte umfasst, sowohl Elemente des Marktes als auch Elemente der nicht den Marktgesetzen gehorchenden Gemeinwirtschaft.« (121f). Kombiniert mit mehr »Demokratie im Betrieb« sowie größerer kommunaler Selbstverwaltung (Stichwort »Alle Macht den Räten«) wäre der »Dritte Anlauf« damit »sozusagen die Annäherung an die Politik der NÖP und des NÖS nicht nach einer siegreichen sozialistischen Revolution, sondern vor ihr und zu ihrer Vorbereitung, eine Annäherung von der historisch anderen Seite gewissermaßen.« (85)Manfred Sohn ist im Sinne seines »Dritten Anlaufs« überzeugt: nur mit Rosa Luxemburg wird Karl Marx siegen können. Und was würde Rosa zu Manfreds »Drittem Anlauf« sagen? »Die Marktsozialisten wählen nicht einen ruhigeren, sicheren, langsameren Weg zum gleichen Ziel, sondern ein anderes Ziel, nämlich statt der Herbeiführung einer neuen Gesellschaftsordnung bloß unwesentliche Veränderungen in der alten.« (Rosa Luxemburg, Sozialreform oder Revolution?)