Read Feindliche Dioskuren. Theodor Lessing und Ludwig Klages - Das Scheitern einer Jugendfreundschaft (1885 - 1899) by Elke V Kotowski Online

Title : Feindliche Dioskuren. Theodor Lessing und Ludwig Klages - Das Scheitern einer Jugendfreundschaft (1885 - 1899)
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ISBN : 3934658091
ISBN13 : 978-3934658097
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : J dische Verlagsanstalt Berlin 2002
Number of Pages : 320 Seiten
File Size : 691 KB
Status : Available For Download
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Feindliche Dioskuren. Theodor Lessing und Ludwig Klages - Das Scheitern einer Jugendfreundschaft (1885 - 1899) Reviews

  • None
    2019-08-04 01:41

    Die Autorin gewährt einen faszinierenden Einblick in die Lebenswelt zweier exzentrischer Gymnasiasten. Sie liefert damit m.E. ein Meisterwerk der Mentalitätsgeschichte, fundierend auf den umfangreichen Nachlässen Lessings und Klages. Für mich unerklärlich und unbegreiflich das Ende Lessings: Die Nationalsozialisten ließen ihn direkt nach der Machtergreifung im Exil ermorden. Dieser barbarische Akt unterstreicht nachhaltig die Gewichtung, die wir auch heute noch Lessing zuerkennen müssen. Beide verbindet im Tod unser Vergessen: Der Journalist Lessing ist heute ebenso unbekannt wie der zu seiner Zeit stark rezipierte Klages. - Ich habe jede Zeile des Buches genossen und kann es nur dringend zur Lektüre empfehlen. Es lohnt sich!

  • JGD
    2019-08-01 20:44

    Auf den knapp über 300 Seiten vermengen sich trockener Akademikerstil (meistgenutztes Wort "konstatiert") mit uneinheitlichem Aufbau des Werkes. Die Ausflüge in psychologisierende Monologe hätte sich die Autorin sparen können. - Das ganze Buch ist aus einer Voreingenommenheit sondergleichen geschrieben, insofern man Ludwig Klages gegenüber eine Angriffs-, Theodor Lessing gegenüber eine verteidigende Position einnimmt, ohne auch die abwegigsten Quellenverdrehereien zu scheuen. Hätte Kotowski (mehr) in den in ihrer Bibliographie aufgeführten Werken gelesen, hätte sie Kasdorffs zwei Bänden entnehmen können, dass Klages' Hauptwerk bereits 1917 - 1919 in entscheidenden Teilen vorab veröffentlicht wurde (Zeitschrift "Deutsche Psychologie"). Darüber hinaus wird im gesamten Werk kein Wort über das George-Buch von Klages aus dem Jahre 1902 verloren, in dem in klaren Umrissen seine Weltanschauung entworfen wird ("Der Geist riss zwischen Ding und Ich die Kluft"), somit Theodor Lessing mitnichten der erste der beiden "Dioskuren" war, der diese Gedanken ausformte. Die Behandlung des Bekanntwerdens Klages' mit Bachofen ist stümpferhaft, da die Autorin stets nur von Bachofens "Schrift" spricht, ohne deren Titel zu nennen, und ohne zu erkennen, dass sich die Auseinandersetzung mit Bachofen nicht auf dieses Buch beschränkte. Sie spricht davon, dass Klages ausser Schuler die sein Denken prägenden Menschen verschwiegen habe. Dies ist eindeutig unwahr und Kotowski hätte durch Lektüre - mindestens des Inhaltsverzeichnisses von "Der Geist als Widersacher der Seele" - feststellen können, dass allein dieses Werk ein ausführliches Kapitel über Melchior Palagyi enthält. - Des weiteren spricht es für die verblendete Wissenschaft des Unschöpferischen, dass aus scherzhaften Grussformeln und ironischen Bemerkungen in Briefen (Hans Hinrich Busses) sogleich ein homoerotischer Duktus gelesen wird.- Aus Klages' selbst herausgegebenem Nachlass wird bewusst durch Auslassungen ein falsches Bild entworfen. Klages wirft sie Anti-Semitismus vor, klammert in Zitaten aber seine Definition seines Anti-Judaismus aus.Die Autorin sendet einerseits Seitenhiebe an Hans Eggert Schröder aus ("Hagiograph"), kommt andererseits keine zehn Seiten weit, ohne auf ihn zurückgreifen zu müssen. Sie wirft diesem "Unwissenschaftlichkeit" vor, da er keinen Anmerkungsapparat beifüge, sie schustert jedoch Zitate zusammen und kennt die Werkgeschichte eines der beiden Porträtierten nicht. - Mangelhaft und verzerrend. -